Qeridoo Sportrex2

Endlich ist der Frühling da. Die Sonne scheint und die Fahrradsaison kann beginnen. Wir sind viel und oft mit dem Rad unterwegs und da jetzt auch Lena endlich mit darf, musste ein neuer Fahrradanhänger her. Der alte war einfach zu eng für zwei Kinder und so schaute ich mich nach einem Neuen um.

Im Internet bin ich auf die Firma Qeridoo gestoßen. Mir sagte die Firma nichts, aber die Internetseite und die Erfahrungsberichte machten einen guten Eindruck und so fragte ich an, ob es möglich wäre einen Farradanhänger auf meinem Blog vorzustellen. Und siehe da, ich bekam eine Zusage. Ich darf euch heute den Qeridoo Sportrex 2 vorstellen.

Achtung: Den Bericht hat mein Mann verfasst und er ist etwas länger geworden 🙂

Aufbau

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Der Karton ist groß, sehr groß. 🙂

Der Fahrradanhänger selbst ist darin zusammengeklappt und bereits zum größten Teil montiert. Angebaut müssen lediglich folgende Teile:

  • Die beiden Räder per Steckachse
  • Das Buggyrad, auch per einfacher Steckverbindung
  • Die Fahrraddeichsel, mit einer Schraube , per Rändelmutter
  • Der Handgriff, mit zwei Schrauben per Rändelmutter
  • Zwei Stabilisierungsstangen, diese werden einfach eingeschoben
  • Die Fahne, wird auch eingeschoben

Das Ganze dauerte bei uns ca. 30 Minuten. Da ich grundsätzlich die Bedienungsanleitung erst nach dem Aufbau lese, war das einzige Problem, die Verwendung der beiden Stabilisierungsstangen zu ergründen.

Bei den technischen Einzelheiten vergleiche ich automatisch mit unserem alten Weber Ritschie 2 Fahrradanhänger

Feststellbremse

Diese wird mit einem Schieber genau in der Mitte von hinten festgestellt. Mit dem Fuß drückt man diesen nach vorne und an beiden Rädern wird dadurch eine Stange in die Felge gedrückt. Durch ziehen mit dem Fuß werden die Arretierungen wieder herausgezogen. Der Schieber hat unten eine kleine Erhebung, dass er am Schuh auch greift.

Buggyrad

Dieses ist an einer Art kleinen Deichsel befestigt, die wiederum einfach in die viereckige Halterung eingeschoben und mittels normalem Schnellspanner fixiert wird. Wenn man den Spanner mit dem vom Fahrrad gewohnten Anzugsmoment schließt, hält das bombenfest.

Das Rad selbst ist drehbar gelagert und kann mit dem Druckknopf von der Deichsel gelöst werden.

Der rote Schieber dient zur Feststellung des Rads zum Geradeauslauf.

Bei Spaziergängen ist das komfortabler zu schieben, wenn man sowieso keine enge Kurven fährt. Größere Bögen sind so immer noch möglich – beim Abbiegen drückt man einfach kurz hinten runter.

Außerdem kann die dreijährige Schwester so auch mal schieben und kommt nicht so leicht vom Kurs ab.

Das Rad selbst ist von mäßiger Qualität, eine Art fester Schaum. Das merkt man natürlich beim fahren auf Asphalt. Wenn man den Anhänger mit dem Griff runterdrückt und das Rad in der Luft ist, rollt es gleich leichter und leiser. Logisch, dass es sich mit Luftbereifung besser fährt.

Ein Buggyrad mit Luftbereifung ist allerdings als Zubehör erhältlich, ich finde es sehr anständig, dass als Standardausstattung schon das Vollgummirad enthalten ist, welches als Ersatzteil für gerademal 8 € nachzukaufen ist.

Fahhraddeichsel

Deichsel (2)

Deichsel (3)

Das ist toll gelöst: Die Deichsel wird montiert und bleibt dran. Bei Nichtbenutzung wird sie einfach unter den Anhänger geklappt.

Ich kippe den Anhänger dazu einfach auf den Handgriff , so dass die Unterseite gut erreichbar ist. Die Sicherung des Splints lösen, Splint ziehen und die Deichsel 180 Grad schwenken, Splint wieder rein und sichern. Die Sicherung ist verliersicher angebunden, weil sie sehr wichtig ist.  Durch das ständige Dabeihaben der Deichsel spart man zwar kein Gewicht, aber Nerven bei der nicht nötigen Montage/Demontage und Zeit.

Da außerdem keine separate Kupplung nötig ist, ist man auch sehr flexibel. Sollte ein Spaziergang mal zu lang werden, kann man auch mal ein x-beliebiges Fahrrad mit Schnellspannachse herbei ordern.

Um den Anhänger mit der Zugmaschine zu verbinden, wird an diesem lediglich der Schnellspanner gelöst, die Achse herausgezogen ( auf die beiden konischen Federn achtgeben) und mit der Kupplung dazwischen wieder eingeschoben. Dass sollte bei fast jedem Hinterbau gut klappen. Nur die Läge der Radachse muss ausreichend sein.

Die zusätzliche Sicherung per Lycraband ist für mein Rad zu kurz, ich muss leider darauf verzichten.

Federung

Diese ist mein einziger Kritikpunkt. Obwohl die Idee gut ist: Die Spannung der Federn wird durch eine große Gewindescheibe verändert.  Ich messe eine mögliche Differenz von 2,9 cm (7,7 cm – 4,8 cm). Ganz ausgefahren ist die Feder mit der Hand leicht zu drücken. Steht der BUGGY allerdings auf dem Boden und man drückt ihn runter, tut sich nicht viel. Die Elastomerfederung beim alten Ritschie (die weiche Variante) spürt und sieht man dagegen deutlich.  Ob ich einen Denkfehler mache weiß ich nicht. Ich werde den Anhänger mal mit Ballast füllen und von Außen sehen, was bei einer holprigen Strecke passiert.

UPDATE:

Wir haben vom Hersteller ein kurze Stellungsnahme zu der Federung des Anhängers erhalten.

Vielleicht kann man die Funktion mit bloßem Auge nicht erkennen aber die Sprungfederung funktioniert wirklich nur dann, wenn die auch muss 🙂

Die weiche Qeridoo ® Sprungfederung, mit einem weiten Federweg, passt sich automatisch an unterschiedliche Gewichte an und lässt sich bei Bedarf auch für eine sportliche Fahrweise einstellen. Durch die hervorragende Federeigenschaft und die gute Dämpfung, schwingt der Qeridoo ® Kinderfahrradanhänger auf unebenen Strecken nicht nach und schaukelt sich auch nicht auf.

Griff

Der Griff ist in mehrere Stufen verstellbar. Dazu drückt man an beiden Seiten die Knöpfe. In der tiefsten Einstellung kann die dreijährige Schwester mit einem Meter Körpergrösse gut schieben helfen. Ist der Griff gerade nach hinten gestellt, ist der Abstand groß genug, dass ich mit 179 cm Körpergröße den Anhänger beim Laufen nicht mit den Füßen berühre.
Bei Nutzung als Fahrradanhänger dient der Griff zusätzlich als Überrollbügel.

Interieur

Interieur

Der Innenraum ist für 2 Kinder gedacht. Das passt auch sehr gut. Die Gurte sind einfach einzustellen und mit Polstern versehen.

Je nachdem, ob die kleinen Passagiere dicke Jacken tragen, sind die Polster natürlich mehr oder weniger im Weg, aber man kann sie ja weglassen. Die zusätzlichen Sitzschalen (nicht im Standardlieferumfang) sind gerade für das Baby sehr sinnvoll, wir nutzen Sie für die 10 MONATE und 4 Jahre gleichermaßen. Der Sitzfläche wird dadurch etwas kleiner, aber bequemer. 🙂
Auch die Kopfstützen können per Klettverschluss angepasst oder auch ganz weggelassen werden.
Links und rechts sind zwei Stautaschen für Kleinkram wie z.B Tempos, Schnuller..
Zum Boden hin ist natürlich nur Textil, im Fußbereich mit absolut wasserdichter Folie verstärkt.

Verdeck

Das Verdeck ist zusammengerollt mit 2 Gummizuglaschen offen zu halten.
Geschlossen wird dieses mit vier Klettverschlüssen an den Seiten (jeweils mittig und unten).
Der große Netzbereich kann bei Regen nochmal extra mit dicker transparenter Folie abgedeckt werden. Auch das Regenverdeck wird mit Klettverschlüssen fixiert.
Offen gehalten wird das Regenverdeck, wie das Verdeck selbst, einfach zusammenrollen und mit Gummizügen fixiert.

Kofferraum

Dieser ist in der gleichen Art zu schließen wie das Verdeck: Zwei Klettverschlüsse seitlich und ein langer unten, plus Gummizug. Mit dem Gummizug kann man diesen auch zum Beladen offen halten.

Eine Strebe geht quer durch den Kofferraum, der Abstand derer zum Sitz beträgt ca. 9 cm. Öffnet man die Lasche darunter(wieder mit zweimal Klett), kann man allerdings schön Zuladen: Eine Box von ca. 21 cm Tiefe passt. Breite beträgt ca. 54 cm.

Außen am Kofferraumverdeck  ist eine kleine Tasche mit Reißverschluss angebracht, für Trinkflasche, Handy oder alles andere Kleinzeug.

Einklappfunktion

Über den Kofferraum ist das komplette Gestell des Anhängers einklappbar. Dazu werden einfach 2 Schieber nach oben gezogen und auf beiden Seiten klappen Scharniere ein. In einen etwas größeren Kofferraum passt er jetzt problemlos rein.
Förderlich ist es, den Handgriff ganz nach unten zu klappen und das Buggyrad zu entfernen. Dauer gesamt beim zweiten Mal: 60 Sekunden.

Steckachse

Durch Druck auf die Gummifläche genau in der Radmitte werden zwei kleine Arretierungen an der Achse eingezogen und das Rad samt Achse lässt sich mit einer Hand abziehen.

So kann bei Bedarf noch mehr Platz beim Verstauen des Anhänger gespart werden, oder die Stellschraube der Federung erreicht werden.

Fazit

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Hier hat man einen Fahrradanhänger, der im Standardlieferumfang alles enthält, was man zum Benutzen als Doppelkinderwagen oder Fahrradanhänger braucht.

Das Kernprodukt selbst ist von sehr guter Qualität, kleinere Upgrades wie das Vorderrad mit Luftbereifung kann man dazukaufen. Das ist sinnvoll.

Ob die Sicherheit darunter leidet, dass es sich hier um eine Rahmenkonstrution handelt (wieder im Vergleich zu einem Anhänger mit massiver Aluwanne, siehe Ritschie 2) weiß ich nicht.

Subjektiv ist das natürlich so, aber ob der Nachwuchs bei einem Aufprall eines PKW wirklich besser oder schlechter geschützt ist, muss der TÜV oder DEKRA testen. Das ist wohl auch vom Privatnutzer nicht wirklich herauszufinden – ich hoffe, dass das auch nie relevant wird.

Die Federung ist das einzige, was mir daran nicht gefällt.

Mama sagt:

So der Bericht war doch etwas länger. Männer 🙂

Ich als Mama will dazu nur noch kurz sagen, ich nutze den Anhänger sehr gerne als Buggy. Der Anhänger ist sehr leicht, leichter als unser Kinderwagen und handlich. Ich kann mit beiden Kindern super spazieren gehen. Lena sitzt sehr gut drinnen und hat es bequem und wenn Marie müde wird kann sie sich dazu setzen. Sollte es etwas kälter sein, decke ich die Beiden einfach mit einer Decke zu, schließe das Verdeck und sie haben es kuschelig warm.

Auf Grund des Wetters sind die Erfahrungen als Fahrradanhänger noch begrenzt. Aber über den Sommer werden ihr sicherlich noch mehr von uns und unserem neuen Fahrradanhänger zu sehen bekommen.

Der Fahrradanhänger bietet ein super Preis-Leistung-Verhältnis. Preis 379,- €. Alle die auf der Suche nach einem Anhänger sind, ich kann dieses mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

 Weitere Daten über den Qeridoo Sportrex2 wie Größe, Gewicht … findet ihr unter www.qeridoo.de

UPDATE:

Nachdem ich schon so oft gefragt wurde, wo die Stabilitätsstangen hinkommen.

Hier ein paar Bilder:

Im inneren der beiden Seitenteile befindet sich eine kleine Öffnung, wo die Stangen reinkommen und bis ganz nach vorne durch geschoben werden. Ich hoffe, man kann es auf den Bildern etwas erkennen.

Dieses Produkt wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. 

7 thoughts on “Qeridoo Sportrex2”

  1. kj-world says:

    Vielleicht kann das Video etwas mehr über die Federungsfubktion aufklären: Vielleicht kann das Video etwas mehr über die Federungsfunktion aufklären: https://www.youtube.com/watch?v=wu5_gm8PMcw

  2. Pinjaso says:

    Wir haben das selbe Modell und auch die Phänomenale Federung.
    Ich werde den Eindruck nicht los es handelt sich um eine Attrappe, es gibt keinerlei Hinweise wie diese Feder einzustellen ist.

  3. Sebi says:

    Ich kann leider nach über einem Jahr in Benutzung immer noch nichts mit den beide Stabilisierungsstangen anfangen. In der Anleitung sind diese nicht einmal erwähnt. Über einen kurzen Hinweis wie diese zu verwenden sind würde ich mich freuen.

    1. Claudia says:

      Hallo Sebi,

      ich habe dir eine Email mit Bild geschickt. Solltest du noch fragen haben, melde dich einfach

      Liebe Grüße
      Claudia

      1. Rene says:

        Hallo Claudia,

        super Bericht.
        Habe den Sportrex1 und auch keine Ahnung wo die beiden Alustangen hinkommen.
        In meiner Anleitung werden diese auch nicht erwähnt.
        Ein schönes Bild sagt mehr als tausend Worte.grins
        Gruß Rene

  4. Batschi says:

    Zum Thema Kofferraumbeladung habe ich dieses coole Bild gefunden: https://www.fahrradblog.de/wp-content/uploads/2016/02/bepackter-kofferraum.jpg

    Dürfte man von der Zuladung tatsächlich ein Sixpack Milch transportieren?

  5. Anne says:

    Was sind das denn für Sitzschalen und Kopfstützen?

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